Medienwissenschaftler

Forschung

Ein Leben für den Film. Die Bedeutung des Werks des privaten freien Filmherstellers Horst Klein für das Film- und Fernsehschaffen der DDR (Dissertation)

Beschreibung meiner Dissertation im Fach „Medienwissenschaft“ an der Universität Hamburg, die sich mit dem Nachlass des privaten freien Filmherstellers Horst Klein (1920 – 1994) im Filmmuseum Potsdam und dessen Schaffen und Wirken in der Film- und Fernsehproduktion der DDR auseinandersetzt.

Ein Blick auf Film und Fernsehen der DDR durch das Werk des privaten freien Filmherstellers Horst Klein

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Meine Dissertation (betreut von Prof. Dr. Thomas Weber von der Universität Hamburg und Prof. Dr. Ursula von Keitz von der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF) befasst sich mit den alternativen Filmproduktionsformen der privaten freien Filmhersteller in der DDR und hier genauer mit dem Filmschaffen von Horst Klein (1920 – 1994).
Die Arbeit knüpft beim Thema der alternativen Filmproduktionsformen in der DDR lose an meine Forschungsarbeit über das Werk des Potsdamer Amateurfilmers Dr. Karl-Heinz Straßburg an, die im Rahmen des im Filmmuseum Potsdam angesiedelten und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg geförderten Projekts „Regionale Bilder auf Filmen (1950-1990)“ entstand. Ein Projekt, in dessen Verlauf ich von 2014 bis Ende 2017 auch bei Sichtung und Erschließung mehrere Filmbestande aus DDR-Amateurfilmstudios eingebunden war.
Ebenso bildet die Dissertation eine lose Weiterführung meine Masterarbeit („Geschichte(n) der DDR. Betrachtung des Internet-Archivs. ,Wir waren so frei … Momentaufnahmen 1989/1990‘ mit Jean-Luc Godard“) an der Universität Potsdam aus dem Jahr 2013, in der ich mich mit einem Amateurfilmarchiv der Deutschen Kinemathek auseinandergesetzt habe.

Private freie Filmhersteller, d.h. freischaffende professionelle Filmemacher, die in Personalunion und im eigenen Studio Auftragsproduktionen drehten, bildeten in der streng institutionalisierten DDR eine wichtige Ausnahme. Sie befanden sich in einer Position zwischen dem staatlich kontrollierten Amateurfilmwesen und den staatlichen Medienanstalten wie der für Spiel- und Dokumentarfilm zuständigen Deutschen Film AG (DEFA) und dem DFF und ergänzten auf vielfältige Art und Weise die Medienlandschaft der DDR .
Horst Klein gehört mit seiner fast 53-jährigen Karriere als Freischaffender zu den produktivsten dieser Gruppe von Filmemachern. Er stellt sowohl für mehrere staatliche Institutionen in der DDR (u.a. den FDGB und die Liga für Völkerfreundschaft) als auch ab 1953 (also bereits knapp  ein Jahr nach dem Start des offiziellen Versuchsprogramms im Jahr 1952), für das staatliche Fernsehen, den DFF (Deutscher Fernsehfunk, später Fernsehen der DDR), Auftragsproduktionen her. Dabei produzierte Klein in seiner  Karriere als private freier Filmhersteller ungefähr 916 Filmbeiträge (davon circa 891 in der SBZ und DDR) bzw. genauer Gebrauchsfilme.

Ausgehend von Kleins bedeutender professioneller Karriere als Freischaffender, widmet sich die Dissertation daher der Frage: „Wie groß war der Beitrag Horst Kleins für die Gebrauchsfilmproduktion der SBZ und der DDR wirklich und wie konnte er sich wäh-rend dieser Zeit im wandelnden System der Film- und Fernsehproduktion des Landes als privater freier Filmhersteller behaupten?„.
Die Arbeit bedient sich sowohl der Gebrauchsfilmforschung als auch der Production Studies. In der Dissertation wird daher auch den sozialen, ökonomischen und kulturellen Faktoren Rechnungen getragen, in denen die Filme entstanden sind. Ausgehend von dem im Filmmuseum Potsdam überlieferten Nachlasses Kleins, der sowohl Filme als auch persönliche Tagebücher und Produktionsunterlagen umfasst, werden für die Untersuchung des Werks die Produktionskontexte der Filme analysiert und diese mit der Selbstdarstellung von Klein und seiner Arbeit in seinen Aufzeichnungen gegengelesen.

Die Dissertation ist am 23. September 2020 unter dem Titel „Ein Leben für den Film. Der freie Filmhersteller Horst Klein und das Film- und Fernsehschaffen in der DDR“ beim Büchner-Verlag erschienen.