Ausgangspunkt für dieses Gruppen-Projekt mit dem Themenschwerpunkt „Meer“ sind mehrere Bilder von bekannten wie weniger bekannten Künstlern aus der Zeit der Romantik und zeitgenössischen Kunst und die Wirkung, die sie auf den  Betrachter ausüben.

Ausgangspunkt für dieses Gruppen-Projekt (zusammen mit Anastasia Zueva) mit dem Themenschwerpunkt „Meer“ sind mehrere Bilder von bekannten wie weniger bekannten Künstlern aus der Zeit der Romantik und zeitgenössischen Kunst.
Die Bilder wurden ausgehend von den zum Thema „Meer“ im Seminar zusammengetragenen Schlagwörtern ausgewählt: Spiegel der Seele, Sehnsucht, Ursprung, Grenze (im Sinne von Grenzen überschreitend, also grenzenlos erscheinend (als Täuschung) bzw. Grenzen setzend) und Gegensatz, beruhend auf der Wirkung der Bilder, die diese auf den Betrachter ausüben (d.h. sollten oder es tatsächlich tun). All diese Schlagwörter lassen sich als Stimmung, Atmosphäre, das, was der Künstler an ‚Gefühl‘ in sein Werk hineingelegt hat, kurz: fundamentale Bestandteile der Bilder, zusammentragen, die sich anschließend in der Gesamtwirkung dieser Bilder und der gesamten Installation niederschlagen und gerade das, das Faszinierende an den ausgewählten Bildern ist. Das Wichtigste bei diesen Bildern ist nun die Wirkung und Stimmung, die diese Bilder aufweisen und auf den Betrachter ausüben. Und dieser Moment ist unser Anknüpfungspunkt, von dem aus sich unser Projekt entfaltet.
Das Video das projiziert wurde, dauert knapp 12min. Zwischen den einzelnen Bildern, die jeweils 20sec eingeblendet werden, ist stets eine Wasser- bzw. Meeresanimation eingebaut, die das dominierende Farbspektrum des jeweils vorangehenden und folgenden Bildes übernimmt, dementsprechend ein Farbwechsel zwischen zwei Bildern von einem zum nächsten Bild folgt. Diese Wasseranimation dauert jeweils zwischen zwei Bildern 30sec, davon jeweils 10sec Übergang vom Bild zur Meeresanimation und umgekehrt und 10sec nur die Wasser- bzw. Meeresanimation. Gleichzeitig wird parallel zur Bildershow ein Meeresrauschen (von der Ostsee) zu hören sein, das den Betrachtern helfen soll, sich auf die Bilder, sowie die gesamte Installation zu konzentrieren, indem es die Gedanken klarer werden lässt durch den meditativen, beruhigenden Effekt, das solch ein Meeresrauschen erzeugt.
Die letztlich erzeugte Akkumulation an Stimmungen, Wirkungen und Eindrücken, die aus dem Zusammenspiel der Bilder bzw. dem Video mit der Wasseranimation und dem Meeresrauschen noch verstärkt wird, soll durch die Präsentationsform des Projekts evident zur Geltung kommen. Und zwar mit Hilfe eines mit Wasser gefüllten Aquariums (80x40x30cm) – wobei hier das Leitmotiv Meer (entfernter Wasser) visuell, auch haptisch, wahrnehmbar wird – in Form einer Installation.


Bei solch einem Aufbau der Installation, wie oben beschrieben, hat der Betrachter die Möglichkeit sich relativ frei zu bewegen – eine feste Stuhlposition ist schon aufgrund der unterschiedlichen Größe der Betrachter gar nicht möglich festzulegen, außerdem liegt der Fokus ausschließlich auf der subjektiven (Selbst-) Wahrnehmung der Betrachter, deswegen sollen sie so verfahren bzw. sich hinsetzen, wonach sie sich fühlen. D.h. Der Betrachter kann nicht nur von außen die Installation und das Video beobachten, sondern auch, sofern er in die Projektion hineintritt und sich auf den Stuhl setzt und ihn so positioniert, wie er sich gerade im Spiegel mit der Projektion sehen möchte, somit buchstäblich zum zentralen Teil der Installation werden. Dergestalt wird die Projektionsfläche erweitert, nämlich neben der Wand wird gleichzeitig auf das Gesicht des Betrachters projiziert, was schließlich im angewinkelten Spiegel zu sehen ist. Ferner sieht er nicht nur das Video mit der Bilderabfolge und Meeresanimation im Spiegel, sondern auch noch sich selber und sich auf seinem Gesicht wechselnde Bilder, Wellenbewegungen und Meeresfarben, was als eine totale Selbstkonfrontation zu bezeichnen ist und eine interessante Beobachtung auftreten lässt, hinführend zur Bildtheorie in Bezug auf den Blick von Bernhard Waldenfels.
In diesem Projekt war es unser Anliegen, die von den Künstlern beabsichtigte oder nicht, und wiederum vom Betrachter bewusst oder unbewusst wahrgenommene Stimmung, Wirkung der Bilder und damit den Inhalt, der ihnen zu Grunde liegt bzw. gelegt wurde, zum Vorschein zu bringen.